SBVH / APSH

Schweizerischer Berufsverband für Hypnosetherapie
Association professionnelle suisse d'hypnothérapie

Schweizerischer Berufsverband für Hypnosetherapie
Association professionnelle suisse d'hypnothérapie

Blog

Mit Hypnose-Therapie Gesundheitskosten senken

Posted on June 8, 2018 at 9:05 AM


Der Schweizerische Berufsverband für Hypnosetherapie SBVH unterstützt aktiv diese politischen Vorstösse.

http://www.sbvh.org


Yvonne Feri (Nationalrätin, SP) und Bruno Walliser (Nationalrat, SVP) haben zwei Anfragen an den Bundesrat eingereicht. Ihr Ziel: Der Bundesrat soll die Anwendung von Hypnose fördern. Weil damit massiv Gesundheitskosten gespart und die KK-Prämien gesenkt werden können.


Hier der Originaltext der Interpellation aufgrund der Initiative des SBVH

Anmerkung: Eine Interpellation ist ein parlamentarischer Vorstoss, d.h. ein Handlungsinstrument der Parlamentarier der schweizerischen Bundesversammlung, um vom Bundesrat Auskunft über Angelegenheiten des Bundes zu erhalten. Die Interpellation wird von einem Ratsmitglied (Nationalrat oder Ständerat) schriftlich eingereicht.


Wortlaut Ip. (Interpellation) Yvonne Feri und Bruno Walliser (als Anfrage) an den Bundesrat. Im Nationalrat eingereicht im Juni 18.

Das Uni-Spital Lausanne setzt bei schweren Brandverletzungen Hypnose ein, vermindert damit Schmerzen und beschleunigt die Heilung, sodass pro Patienten im Schnitt bis zu CHF 25 000 gespart werden kann. Auch das Uni-Spital Genf baut Hypnose massiv aus. In vielen Spitälern in Frankreich wird bereits die Hälfte der Operationen ohne chemische Anästhesie durchgeführt. Die Patienten sind in Hypnose völlig schmerzfrei, und im Unterschied zu möglichen Folgen beim Einsatz von Chemie hat Hypnose keinerlei Nebenwirkungen.


Die moderne Hypnosetherapie kann bei vielen Krankheiten mit psychischem Anteil durch Mobilisierung der Selbstheilungskräfte Linderung verschaffen oder sie ganz zum Verschwinden bringen - in der Regel mit wenigen Sitzungen. Der Einsatz von Hypnose kann damit massiv Kosten einsparen, insbesondere auch bei Schmerzpatienten. Frauen können in Hypnose stress- und schmerzfrei gebären. Viele weitere Anwendungen sind bereits erprobt, mit sehr guten Ergebnissen.


Damit die Krankenkassen Leistungen im Rahmen der obligatorischen Krankenpflegeversicherung vergüten, müssen sie wirksam, zweckmässig und wirtschaftlich sein (WZW) - Hypnose erfüllt diese Kriterien. Ärztinnen und Ärzte, die eine Zusatzausbildung in Hypnose gemacht haben und sporadisch Hypnose einsetzen, finden Wege, um ihren Aufwand mit den Kassen abzurechnen. Diplomierte Hypnosetherapeuten jedoch, die tagtäglich mit Hypnose arbeiten und grosse Erfolge erzielen, können nicht abrechnen, auch nicht über die Zusatzversicherungen. Denn im seit Januar 2018 gültigen Tarif 590 der anerkannten Heilmethoden ist Hypnose nicht aufgeführt, obwohl deren Wirkung und Effektivität wissenschaftlich bewiesen ist. Fachleute sind jedoch überzeugt, dass gespart werden kann, wenn Hypnosetherapie Verbreitung findet und bei schulmedizinischen Behandlungen begleitend eingesetzt wird durch zertifizierte Anwenderinnen und Anwender.


Ich bitte den Bundesrat darzulegen, ob und wie er die Hypnoseanwendung fördern möchte und ob er bereit ist, den Tarif 590 entsprechend zu ergänzen.


Antwort des Bundesrates vom 22.8.18:


Ärztinnen und Ärzte können Hypnose namentlich via Tarmed, Spitäler über Fallpauschaltarife zulasten der obligatorischen Krankenpflegeversicherung (OKP) abrechnen. Hypnosetherapeutinnen und -therapeuten steht diese Möglichkeit nicht offen, da sie keine Leistungserbringer im Sinne des Bundesgesetzes über die Krankenversicherung (KVG) darstellen.


Der Tarif 590 ist vor einigen Jahren durch das "Versichererteam Komplementärmedizin", bestehend aus Concordia, CSS, Groupe Mutuel, Helsana, Sanitas, Swica und Visana, in Verhandlung mit den entsprechenden Berufsorganisationen zur Abrechnung von ambulanten komplementärmedizinischen Leistungen im Bereich der Zusatzversicherung ins Leben gerufen worden und beinhaltet über hundert Tarifpositionen für einzelne Methoden und Verrichtungen im Bereich der Komplementärmedizin. Die abrechenbaren Leistungen, welche im Tarif 590 enthalten sind, stellen somit letztlich ein Verhandlungsergebnis zwischen Leistungserbringern und Versicherern dar. Entsprechend ist es für Versicherungsnehmerinnen und -nehmer möglich, bei den Versicherern, welche Versicherungsprodukte mit entsprechendem Leistungsinhalt gemäss dem Tarif 590 verkaufen, eine Deckung für solche Leistungen der Komplementärmedizin durch den Erwerb einer Zusatzversicherung zu erwerben.


Da im Bereich der Zusatzversicherungen nach dem Versicherungsvertragsgesetz (VVG) indessen die Vertragsfreiheit gilt, ist es letztlich dem einzelnen Versicherer überlassen zu entscheiden, welche Leistungen er anbieten will. Aufsichtsrechtlich nach Versicherungsaufsichtsgesetz gibt es einzig die Vorgabe, dass die Finma die Zusatzversicherungsprodukte nach VVG vorgängig genehmigen muss, wobei die Genehmigung nur die Versicherungsbedingungen und die Höhe der Prämien umfasst. Damit wird sichergestellt, dass sich die Prämien in einem Rahmen halten, der die Versicherten vor Missbrauch schützt und die Solvenz des Versicherungsunternehmens gewährleistet.


Damit besteht für eine Vorgabe des Bundesrates bezüglich Leistungsinhalt von Zusatzversicherungen nach VVG keine gesetzliche Grundlage. Die Aufnahme neuer Leistungen muss letztlich zwischen den Leistungserbringern und den Versicherern verhandelt werden. Der Bundesrat hat keine Möglichkeit, eine Ergänzung dieses Tarifs 590 vorzunehmen.


Hier die Berichterstattung von 20min:


Durch Hypnose könnten Gesundheitskosten «im grossen Stil» gespart werden, sagt SVP-Nationalrat Bruno Walliser. Er selbst habe gute Erfahrungen gemacht.

Ayurveda-Massage, Akupunktur oder chinesische Ernährungstherapie: Diese alternativen Behandlungsmethoden können über die Zusatzversicherung abgerechnet werden, sofern sie von diplomierten Naturheilpraktikern durchgeführt werden. Nicht dabei ist die Hypnose (siehe Box). Nur einzelne Kassen übernehmen freiwillig die Kosten. Für SVP-Nationalrat Bruno Walliser ist das ein Missstand: Er will vom Bundesrat in einer Anfrage wissen, wie er die Hypnose-Therapie in die Zusatzversicherung aufzunehmen gedenke.


Pro Patient 25'000 Franken gespart

Walliser rechnet damit, dass mit der Kombination von Schulmedizin und Hypnose «Kosten im grossen Stil» gespart werden könnten. Er nennt dazu Zahlen des Schweizer Hypnose-Ausbildners Hansruedi Wipf: Werden etwa Brandverletzte mit Hypnose behandelt, sinken die Behandlungskosten pro Patient um 25'000 Franken. Für Deutschland hat die Technische Universität Braunschweig im Jahr 2013 errechnet, dass etwa im Fall von Angststörungen eine Heilungsrate durch Hypnose von 78 Prozent bestehe und Kosten von 12 Millionen Euro gespart würden.


Hypnosetherapeuten wollen Wirksamkeit mit Studien beweisen

Unterstützung erhält SVP-Walliser von Patrick Meyenberger, Präsident des Schweizerischen Berufsverband für Hypnosetherapie SBVH.org. Der Verband führt derzeit verschiedene Studien durch, um die Wirksamkeit von Hypnose wissenschaftlich zu untermauern. Richtig angewendet, könnten die Kosten massiv gesenkt werden, sagt Meyenberger, der in Wil als Zahnarzt praktiziert.


zum Artikel:

http://m.20min.ch/schweiz/news/story/svpler-will--dass-kassen-hypnose-therapie-zahlen-17629356



Kommentar SBVH: 


Alle unsere Bemühungen, Hypnose bei den Krankenkassen als 'Kostenkiller' beliebt zu machen und von den Zusatzversicherungen (teilweise) abgelten zu lassen, sind bisher gescheitert.


Dass die Ärztevereinigungen für Hypnose massive Opposition machen gegen sog. 'Laien' ist verständlich - sie fürchten Konkurrenz. Aber es macht unsere Bemühungen nicht leichter.


Wir sind deshalb froh um die wachsende Zahl von Ärzten, die in unserem Berufsverband mit dabei sind. Sie unterstützen unser Ziel: Einen Lehrgang anzubieten zum Eidg. diplomierten Hypnosetherapeuten, der von allen Seiten anerkannt ist.

Categories: Medien / médias, SBVH, Hypnose